Die Grundidee
Jedes Projekt hat zwei Fortschrittskurven: eine SOLL und eine IST Kurve. Jede Woche kann gemessen werden, wie schnell sich das Projekt im Vergleich zum Plan entwickelt: schneller, langsamer oder im Plan?
Die Prognose nutzt diese bisherige Entwicklung, um zu beantworten: Wenn das Team so weiterarbeitet wie bisher – wann wird das Projekt fertig?
Anstatt eine einzelne Antwort zu geben (die nur eine Schätzung wäre), berechnet das Modell 50.000 simulierte Zukunftsverläufe, von denen jeder eine plausible Entwicklung des Projekts ab heute darstellt.
Was das Modell aus der Vergangenheit lernt
Jede Woche wird verglichen, wie viel Fortschritt tatsächlich erzielt wurde im Verhältnis zu dem, was laut Plan zu diesem Zeitpunkt erwartet wurde. Daraus ergibt sich ein Leistungsverhältnis für jede Woche:
Ein Verhältnis von 1,0 bedeutet exakt im Plan
Ein Verhältnis von 1,5 bedeutet 50 % schneller als geplant
Ein Verhältnis von 0,6 bedeutet 40 % langsamer als geplant
Das Modell fasst all diese wöchentlichen Verhältniswerte in einem Pool zusammen. Geplante Ausfallzeiten (Feiertage, Winterpause) werden ebenfalls berücksichtigt: In diesen Wochen bleibt die Simulation – genau wie der Plan – unverändert.
50.000 Zukunftsszenarien
Ausgehend vom aktuellen IST-Fortschritt simuliert das Modell Woche für Woche den weiteren Verlauf. Für jede Woche wird zufällig eines der historischen Leistungsverhältnisse ausgewählt und mit dem geplanten Fortschritt multipliziert.
Da die Auswahl zufällig erfolgt, verläuft jede Simulation etwas anders: manche schneller, manche langsamer.
Nach 50.000 Durchläufen wird ausgewertet, wann jede Simulation abgeschlossen ist. Daraus entsteht eine Verteilung möglicher Fertigstellungstermine.
Die Prognosegrafik verstehen
Die Prognose-Fächerkurve zeigt die Bandbreite möglicher Entwicklungen, basierend auf der bisherigen Projektperformance.
Blau (50 % Wahrscheinlichkeit): der wahrscheinlichste Bereich – hier liegen die Hälfte aller Szenarien
Hellblau (90 % Wahrscheinlichkeit): die äußere Grenze – nur die extremsten Szenarien liegen außerhalb
Je breiter der Fächer, desto unvorhersehbarer war die Projektentwicklung in der Vergangenheit.
Die blaue gestrichelte Linie zeigt den Median der Prognose: Zu jedem Zeitpunkt besteht eine 50%ige Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt darüber oder darunter liegt.
Wann man der Prognose vertrauen kann
Die Prognose wird erst angezeigt, wenn mindestens 8 Wochen an Fortschrittsdaten vorliegen. Bei weniger Datenpunkten wird keine Vorhersage erstellt.
Diese Mindestanzahl stellt sicher, dass die Prognose auf ausreichend Historie basiert, um belastbar zu sein.



